Zum Inhalt springen

Die Entwicklung der Bewerbslogos auf den Trikots im österreichischen Fußball

Sponsoren in österreichischen Bewerben – eine lange Historie

Bis Logos eines Turniers tatsächlich auf einem Trikot zu sehen waren, benötigte es viele Jahrzehnte. Doch nach Sponsoren benannte Turniere gab es bereits in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts: Von 1900 bis 1903 wurde der Tagblatt-Pokal ausgespielt, benannt nach dem Neuen Wiener Tagblatt, der damals größten Wiener Tageszeitung. Es handelte sich um den ersten Fußballwettbewerb in Wien, der im Meisterschaftsmodus ausgetragen wurde. Der Sieger lautete dreimal hintereinander Wiener AC.

Tagblatt-Pokal – Wien Geschichte Wiki
Eine Zeichnung des Tagblatt-Pokals, c Leo Schidrowitz

Eine Art Vorläufer des Europacups war einige Jahre später der Mitropacup, die wichtigste Trophäe im kontinentaleuropäischen Fußball. Der Bewerb wurde von 1927 bis 1940 sowie von 1955 bis 1992 ausgetragen, dann aber bereits mit weit geringerer Bedeutung als in der Zwischenkriegszeit. Oftmals wird behauptet, „Mitropa“ sei schlicht eine Abkürzung für „Mitteleuropa“ – jedoch war auch dieser Bewerb nach einem Sponsor benannt, nämlich nach der „Mitteleuropäischen Schlaf- und Speisewagen Aktiengesellschaft“.

Die Anfänge im ÖFB-Cup

Gesponserte Bewerbe waren in weiterer Folge dennoch eher selten. Bewerbslogos auf den Trikots wurden in Österreich 1989/90 beim erstmals gesponserten ÖFB-Pokal in Form des „Bull Cup“ (Bull ist ein Computerhersteller) wieder gesichtet. Zu Beginn war das nur im Finale der Fall, der Bewerb trug bis 1992 diesen Beinamen. Alleine in den 1990er-Jahren hatte der Pokal noch zahlreiche weitere Sponsornamen, so wurde der Pokal noch in Snickers-Cup (1992/93 – 1994/95), Magnofit-Cup (1995/96 und 1996/97) und Memphis-Cup (1997/98 – 2002/03) umbenannt. 1994/95 gab es auch erstmals in mehreren Runden das Snickers-Logo auf dem Trikot zu sehen, erst später wurde das Logo für alle Runden fix verankert. Eine Einheitlichkeit, wo die Logos auf dem Trikot platziert waren, gab es nicht – es wechselte stellenweise jährlich.

Im neuen Jahrtausend folgten mit dem Stiegl-Cup (2003/04 – 2010/11) sowie dem Samsung-Cup (2011/12 – 2016/17) und dem seit 2017 namensgebenden Uniqa-Cup noch drei weitere Firmen als Sponsor.

Die legendären Hallenturniere

Bewerbssponsoren gab es schon vor dem ÖFB-Cup und zwar bei den großen Hallenturnieren. Bei der Kuoni Hallenfußballmeisterschaft in den 80er-Jahren in Graz sah man bereits den Bewerbssponsor auf dem Trikot – und zwar mehrfach, wie das Foto unten von Hans Krankl zeigt. Hierbei kann man festhalten, dass genau genommen erstmals ein Bewerbslogo auf einem Trikot zu sehen war. Auch das Hallenfußballturnier in Wien war seit den 70ern als Kurier-Stadthallenturnier bekannt, in den letzten Jahren wurde das Turnier vom Auhofcenter in Wien-Penzing mitfinanziert. Eigens für das Turnier produzierte Aufnäher gab es in Wien jedoch nur selten, nämlich ausnahmslos zu Zeiten des max. (1998-2002) bzw. T-Mobile-Hallencups (2002-2006).

Das Logo der Bundesliga auf der Brust, weil am Ärmel kein Platz mehr ist – ein österreichisches Charakteristikum

Die Bundesliga rückte erst 1997 nach. Fortan gab es das Logo der „max.mobil Bundesliga“ auf den Trikots der Mannschaften zu sehen, die Zweite Division blieb anfangs noch ohne Bewerbswerbung. Komplettes Neuland war das damals nicht, in England hieß bereits 1983/84 die höchste Spielklasse „Canon League“, das Logo war jedoch lange nicht auf den Trikots zu sehen. Seit 2016/17 ist die oberste englische Spielklasse jedoch werbefrei.

Auch in der Bundesliga waren – bis auf eine kurze Ausnahme – die Bewerbslogos auf den Trikots jeweils mit Sponsor versehen, der charakteristische rot-weiß-rote Ball blieb bis heute bestehen:

  • 1997 – 2002: max. Bundesliga

  • 2002 – 2008: T-Mobile Bundesliga

  • 2008/09: tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile

  • 2009 – 2014: Österreichische Bundesliga

  • 2014 – 2021: tipico Bundesliga

  • Ab 2021: Admiral Bundesliga

Auffällig: Das Bundesliga-Logo ist entgegen anderer Ligalogos seit jeher nicht am Ärmel, sondern auf der Vorderseite des Trikots platziert. Meine „gewagte“ These: Die Trikots in Österreich waren am Ärmel schon damals – international untypischerweise – mit Sponsoren besetzt, weshalb das Bewerbslogo auf die Brust wanderte. Also quasi eine österreichische Lösung, die bis heute Bestand hat.

Abwechslungsreiche Geschichte in der „Liga Zwa“

Zeitgleich mit der Bundesliga begann man auch in der zweithöchsten Spielklasse mit dem Bewerbslogo auf dem Trikot: In der Premierensaison 1997/98 sah man dabei noch das Logo der „Zweite Division“, kurz darauf wurde die Liga in „Erste Division“ umbenannt, oftmals auch mit dem Zusatz „Heute für morgen“. Ab 2002 hieß die Liga bis 2008 „Red Zac Erste Liga“. Es war die erste zweitklassige Liga, die einen Sponsor im Namen hatte. Abgelöst wurde die Elektrohandelskette von ADEG. Von 2010 bis 2014 war die Liga ohne Unterstützer im Namen und galt – angelehnt an die vielen Talente, die aus dieser Liga bis heute empor kommen – erneut als „Heute für morgen Erste Liga“. Anschließend daran investierte Senderechtsinhaber Sky noch extra in die Liga und benannte die Liga bis 2018 in „Sky Go Erste Liga“ um. Einhergehend mit einer Ligareform kam es 2018 zur Umbenennung in „Hpybet 2.Liga“, 2020/21 in „Interwetten 2.Liga“, ab 2021/22 „Admiral 2.Liga“.

In Österreich unpopulär: Der Supercup

Der Supercup, das Duell zwischen Meister und Pokalsieger, wurde 1986 in Österreich eingeführt. Bereits das erste Finalspiel zwischen Rapid und Austria vor gerade einmal 3.300 Zusehern hätte schon erahnen lassen müssen, wie es um den Pokal bestellt ist.

Im Endeffekt gab es den Pokal bis 2004 und auch dieser Bewerb hatte einige Namensgeber: Von 1991 bis 1993 gab es den überdimensionalen Maxell Supercup, von 1994 bis 1999 den Memphis beziehungsweise Memphis Time Supercup, 1999 bis 2002 den max. Supercup und bis 2004 den T-Mobile-Supercup.

Ein Logo auf dem Trikot ist nur aus der letzten Saison bekannt – und dabei ohne Sponsor:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: